Hermann II von Katzenellnbogen

(1130 oder 1140 – 09. Juni 1203)
Fürstbischof von Münster – Gründer der Burg Nienborg

Hermann_II

Wilfrid Dräger
Hermann II von Katzenelnbogen, Fürstbischof von Münster


wurde als Sohn des Grafen Heinrich von Katzenelnbogen und dessen Ehefrau Hildegard geboren. Sein Vater war ein treuer Gefolgsmann der Staufer wie auch sein Onkel, Philipp von Katzenelnbogen, der 1141 vom Kaiser als Bischof von Osnabrück eingesetzt wurde.
Vor seiner Ernennung zum Bischof von Münster war Hermann Domkanoniker in Würzburg. Er vertrat die Interessen Barbarossas z.B. auf Reichstagen und war zeitweilig dessen Berater.
Als der Bischof von Münster – Ludwig I. von Wippra am 26. Dezember 1173 verstarb, bestimmte Kaiser Friedrich I. Barbarossa ihn zu dessen Nachfolger.
Hermann II festigte und erweiterte die Macht des Bischofs und des Hochstiftes Münster und ist als erster, seit 1180, im Besitz des Münzrechts. Von 1174 bis 1203 war er der 24. Bischof von Münster. Er wird der erste Fürstbischof genannt.
Seine zeitweise herausgehobene Stellung zeigte sich auf dem Reichstag von Konstanz 1183, auf dem in der Folge des Italienfeldzuges die Friedensbedingungen ausgehandelt wurden.
Am 1. November 1185 legte er den Grundstein des Zisterzienserklosters in Marienfeld, das er mit umfangreichen Rechten ausstattete, die den Bestand des Klosters bis zur Aufhebung 1803 sicherten. Dieses Kloster stand unter seinem besonderen Schutz und markierte die Grenzen der Diözesen Münster, Osnabrück und Paderborn.
Hermann gehörte zu den Gesandten, die 1188 zur Überwachung der Durchzugsbedingungen (Dritter Kreuzzug) nach Konstantinopel fuhren. Sie wurden zunächst höflich empfangen, dann jedoch gefangen gesetzt. Erst nach einer Drohung Barbarossas kamen sie wieder frei. Von 1189 bis 1192 nahm Hermann aktiv an den Kämpfen des dritten Kreuzzuges teil, in deren Verlauf der Kaiser 1190 zu Tode kam.
Hermann II. gründete die Städte Coesfeld, Warendorf, Beckum, Ahlen und Dülmen.
An seinem Bischofssitz Münster gründet er die Pfarreien St. Ludgeri, St. Martini, St. Aegidii und St. Servatii und als Vorbereitung für die Stadtgründung St. Jacobi in Coesfeld.
Die Pfarreinteilung in Münster und der Bau der dortigen Befestigungsmauern gehen auf ihn zurück.
Es kann festgestellt werden, dass Hermann II sehr intensiv seine territoriale Macht sicherte, indem er z.B. Ahlen zur Feste ausbauen ließ, indem er die Burg Nienborg an der Dinkel im Jahr 1198 errichtete. Überdies entmachtete oder vertrieb er die Territorialherren innerhalb seines Machtbreiches, am Ende hatten nur noch die Grafen von Bentheim und die Edelherrn von Steinfurt und Greven gräfliche Macht inne.
Wahrscheinlich noch vor der Jahrhundertwende gab er seine vielfältigen Ämter und Tätigkeiten in Münster auf und zog sich nach Marienfeld zurück. 1203 starb er als einfacher Mönch und ist in Marienfeld bestattet.

Es kann festgestellt werden, dass Hermann II sehr intensiv seine territoriale Macht sicherte, indem er z.B. Ahlen zur Feste ausbauen ließ, indem er die Burg Nienborg an der Dinkel im Jahr 1198 errichtete. Überdies entmachtete oder vertrieb er die Territorialherren innerhalb seines Machtbreiches, am Ende hatten nur noch die Grafen von Bentheim und die Edelherrn von Steinfurt und Greven gräfliche Macht inne.

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Wilfrid Dräger – Hermann II vor seiner neuen Landesburg in der Dinkelniederung

Wahrscheinlich noch vor der Jahrhundertwende gab er seine vielfältigen Ämter und Tätigkeiten in Münster auf und zog sich nach Marienfeld zurück. 1203 starb er als einfacher Mönch und ist in Marienfeld bestattet.

Hermann-II_Grab Die Überetzung seiner Grabinschrift lautet:
Hier liegt ein edler Bischof fern von seinem [Bischofs-]Sitz, der um Deinetwillen, Christus, für Dich gab Seines [=seinen Besitz] und Sich
Hier den ersten Stein des Tempels legend, liegt er unter diesem Stein, er sei selbst ein lebendiger und erwählter Stein jenes höheren [=himmlischen] Tempels, der heiligen Sitze würdig und vereine sich mit jenem Stein, der beide Steine eint [=Christus].
Er starb am Feste des Bischofs Medardus.

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Josef Krautwald – Hermann II von Katzenellnbogen


Die Rückseite der Sandsteinskulptur ist als Tafel ausgebildet. Wichtige Daten aus dem Leben des Bischofs sind hier in Großbuchstaben verzeichnet.